Wie riecht Schimmel eigentlich?

Wie riecht Schimmel? Jeder von uns hatte schon einmal Kontakt mit Schimmel: Sei es als grünlicher Flaum auf dem Brotlaib oder als schwarze Flecken an der Wand.

Doch was genau ist Schimmel eigentlich? Und: Wie riecht Schimmel?

Was ist Schimmel eigentlich?

Unter Schimmel (oder genauer: Schimmelpilzen) versteht man eine sehr unterschiedliche Gruppe von fadenbildenden (so genannte filamentösen) Pilzarten, die sich im Umfeld des Menschen tummeln.

Nicht nur Spinnen erzeugen Fäden

Schimmel: Nicht per se schädlich

Schimmelpilze sind erst mal nicht per se schädlich und werden sogar gezielt gezüchtet. Sei es als Edelpilz auf bestimmten Käsesorten oder auch bei der biotechnologischen Herstellung bestimmter Stoffe.

Sogar die Entdeckung des Penicillins geht auf das Konto der Schimmelpilze (mit aktiver Mithilfe der Schludrigkeit von Alexander Fleming).

Dennoch gibt es innerhalb der sehr unterschiedlichen Gruppe der Schimmelpilze auch durchaus solche, die schädlich für uns Menschen und unserer Wohnungen sind.

Um diese Schimmelpilze dreht es sich, wenn wir von „Gefahr durch Schimmel“ sprechen.

Schimmel in der Petrischale

Warum kann man Schimmel riechen?

Pilze sind biologisch gesehen keine Pflanzen. Biologen würden sogar sagen, dass Pilze mit den Tieren (und damit dem Menschen) sehr viel enger verwandt sind als mit den Pflanzen.

So oder so, Schimmelpilze sind kein totes Material wie zum Beispiel Steine, sondern Lebewesen. Und wie alle Lebewesen haben sie einen Stoffwechsel, in dem auch Stoffwechselprodukte anfallen.

Diese Stoffwechselprodukte erzeugen je nach Umständen wie bei allen Lebewesen einen bestimmten spezifischen Geruch.

So riecht Schimmel: MVOCs

Bei den Schimmelpilzen nennt man diese Stoffe „microbial volatile organic compounds“, zu deutsch mikrobielle flüchtige organische Verbindungen.

Diese auch abgekürzt MVOC genannten Stoffe gehen in die Luft über und können so bemerkt werden.

Zu unterscheiden sind die MVOCs von den anderen „volatile organic compounds“, deren Untergruppe sie darstellen.

Dazu zählen beispielsweise Naphtalin, Aldehyde, Alkane oder auch Alkohol. Diese befinden sich zum Beispiel in Reinigern, Möbelausdünstungen, Teppichen oder anderen Stoffen (siehe: Woher stammen die Schadstoffe in unserer Luft).

Auch Möbel können eine Quelle von VOCs sein

Schimmelgeruch als Warnzeichen

Diese Stoffe können, angereichert in der Luft, einen sehr starken Geruch entfalten und bereits Schimmelbefall anzeigen, der womöglich noch gar nicht sichtbar ist.

Möglich ist auch mit Hilfe der Nase und der MVOCs versteckten Schimmel aufzuspüren, der sich hinter Schränken, Sofas oder anderen Möbelstücken befindet und sich so den Blicken entzieht.

Wie riecht Schimmel – Unterschiede

Auch wenn der Geruch insgesamt sehr charakteristisch ist, so gibt es doch unterschiedliche Ausprägungen. Manchmal riecht die Luft eher etwas erdig oder faulig, ein anderes Mal eher muffig und abgestanden.

Möglich ist auch eine Mischung aus allem.

Schimmeltests

Diese Umstände und die Tatsache, dass Schimmelpilze MVOCs produzieren, kann man sich zu Nutze machen.

Denn auch wenn der Mensch bewusst noch keine Ausdünstungen wahrnehmen kann, so können es unter Umständen speziell abgerichtete und trainierte Schimmelspürhunde schon.

Weiterhin können Schimmeltests MVOCs und Sporen in der Luft nachweisen und für Gewissheit sorgen.

Hunde können zum Aufspüren von Schimmel trainiert werden

Wie riecht Schimmel – Fazit:

Schimmel riecht erdig, faulig und muffig. Die Ursache sind flüchtige Gase, die der Pilz produziert. Diese können gemessen und aufgespürt werden.

Sollten Sie also auf Grund von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Schlappheit oder einem muffigen Raumdufts den Verdacht „Schimmelbefall“ hegen, dann kann ein Schimmeltest eine gute Wahl der Erstdiagnose sein.

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Letzte Aktualisierung am 6.08.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API