Hohe Luftfeuchtigkeit: Welche Rolle spielt die Raumtemperatur?

Viel wird immer über die Luftfeuchtigkeit geredet und geschrieben. Ohne Frage, die Luftfeuchtigkeit als Wert ist immens wichtig, sagt er doch vor allem was über die Schimmelgefahr einer Wohnung oder eines Gebäudes aus.

Unserer Erfahrung nach liegt bei dem Wert der (relativen) Luftfeuchtigkeit der Fokus viel zu sehr auf dem Begriff „Feuchtigkeit“.

Denn logischerweise verbinden wir damit Wasser, Feuchtigkeit halt, vergessen aber, dass die relative Luftfeuchtigkeit auch aus anderen Faktoren zusammen gesetzt ist.

Aber machen wir uns noch mal klar:

 

Relative Luftfeuchtigkeit = Sättigungsgrad der Umgebungsluft mit Wasserdampf zur herrschenden Temperatur X.

Also spielt die Raum- bzw. Umgebungstemperatur eine ganz entscheidende Rolle.

 

Was bedeutet das für den Kampf gegen Schimmel und Co?

Ein Mehrpersonenhaushalt eventuell sogar noch mit Haustieren produiziert über die Atmung einfach mehr Feuchtigkeit als ein Single. Wenn dann noch Aquarien, Zimmerbrunnen vorhanden sind, Wäsche in der Wohnung getrocknet werden muss, das Haus entweder ganz neu (Baufeuchte) oder alt (schlechte Dämmung etc) ist, dann kommt man trotz richtigem Lüften einfach nicht hinterher. Das bedeutet: Es befindet sich einfach zuviel Wasser in der Luft.

Raumtemperatur Schimmel Raumklima
Liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch, so drohen Schimmelbefall und Feuchtigkeitsschäden

Was also tun?

Das Mittel der Wahl ist weiterhin Lüften, gepaart mit einem strengen Monitoring der Luftfeuchtigkeit mittels Hygrometer.

Sollte lüften entweder nicht ausreichen oder durch berufliche oder private Gründe nicht dauerhaft und konsequent möglich sein, dann bietet sich die technisch-unterstützte Entfeuchtung an. Damit reduziert man über den Stellwert der aboluten Luftfeuchtigkeit die angesprochene relative Luftfeuchtigkeit.

Zusätzlich kann man aber noch etwas anderes tun:

 

Reduzierung der relativen Luftfeuchtigkeit mittels Raumtemperatur

Angenommen Ihre Wohnung ist auf 19 °C beheizt und die Luftfeuchtigkeit liegt durch oben genannte Gründe dauerhaft bei 67%. Dann beträgt die absolute Luftfeuchtigkeit etwa 11,1 gr/cm3.

Heizt man nun die Wohnung statt auf 19 °C auf 20,5 °C, so reduziert sich bei gleichem Wassergehalt von 11,1 gr/cm3 die relative Luftfeuchtigkeit auf etwa 61 %, einem weitaus weniger kritischen Wert.

Luftfeuchtigkeit Raumklima Raumtemperatur
Bei gleichem Wasserdampfgehalt ändert sich der Sättigungsgrad von 67% auf 61%

Unterstützt man jetzt die Entfeuchtung zusätzlich mit technischen Hilfsmitteln, so ist die Schimmelgefahr mehr oder weniger gebannt.

 

Einfache Regulierung der Raumtemperatur auf vorgeschriebene Werte mittels automatischen Thermostaten

Viele werden nun sagen: „Na super, jetzt muss ich statt nur die Luftfeuchtigkeit auch noch die Raumtemperatur die ganze Zeit im Blick haben.“

Das ist soweit korrekt, aber damit Sie nicht alle 5 Minuten wie von Sinnen durch die Wohnung laufen um fünf und mehr Thermostate zu bedienen, gibt es Gott sei Dank Hilfsmittel.

Automatische Thermostate regulieren anhand festeingestellter Werte oder flexiblen Programmen mit Nachtabsenkung und verschiedenen Profilen für die jeweilige Jahreszeit die Raumtemperatur genau so wie Sie es wollen.

Die verschiedenen Modell variieren von relativ einfach gehalten bis zu WLAN-fähigen Exemplaren zur Einbindung in ein größeres SmartHome-Konzept.

 

Beispiele eines programmierbaren Thermostats:

 

 

 

Fazit:

Auch wenn die Begrifflichkeit der Luftfeuchtigkeit eine Fokussierung auf den Faktor Wasser nahelegen, sollte doch der Faktor Raumtemperatur nicht unterschätzt werden.

Dieser kann nämlich, richtig eingesetzt, eine wichtige Stellschraube für ein gesundes und die Bausubstanz schonendes Raumklima sein.

 

 

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Categories: Luftfeuchtigkeit

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